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Ergebnisprotokoll
vom 7.8.03
Antrittsbesuch
der Eltern AG im Bezirk Spandau
bei der Servicestelle zur Rehabilitation für Behinderte in Spandau
bei der Siemens Betriebskrankenkasse (SBK)
Wir wurden
von dem Leiter der Servicestelle, Herrn Grossmann, und einem Mitarbeiter,
Herrn Müller, zum 7.8.03 in die SBK eingeladen.
Seitens der
Eltern AG im Bezirk Spandau nahmen Frau Bindel, Frau Christ und Frau Dombek
an diesem Treffen teil.
Das Treffen
war für beide Seiten sehr interessant :
- Die Servicestelle
ist behindertengerecht, aber leider nicht barrierefrei zu erreichen.
Rollstuhlfahrer müssen sich bei einem Besuch der Servicestelle zuerst
beim Pförtner melden, damit ein Mitarbeiter der Servicestelle den Aufzug
zum Überwinden der halben Treppe öffnet.
Eine Änderung dieser Zugangsmöglichkeit ist aus verschiedenen Gründen
nicht in Aussicht, jedoch sind Pförtner sowie Mitarbeiter der Servicestelle
außerordentlich freundlich und entgegenkommend.
- Unser Besuch
war in erster Linie ein Treffen um uns gegenseitig vorzustellen.
- Noch einmal
für alle zur Erinnerung, warum es „plötzlich“ Servicestellen gibt:
Die Bundespolitiker haben nach einigen Jahren auf die Probleme von behinderten
Menschen reagiert, die bei den Behördengängen viele verschiedene Wege
zu erledigen hatten und immer von einer Stelle zur nächsten geschickt
wurden. Daraufhin wurde das Sozialgesetzbuch Nummer 9 (SGB IX) entwickelt
und im Jahr 2001 verabschiedet, um behinderten Menschen Wege und lange
Wartezeiten auf Bescheide zu vereinfachen. In allen Bundesländern /
Kommunen wurden solche Servicestellen eingerichtet, in denen man die
Möglichkeit hat Anträge abzugeben und sich zu allen wichtigen Dingen
beraten zu lassen: Wohngeld, Arbeitslosengeld, Eingliederungshilfe,
Beantragung von Hilfsmitteln (z.B. Rollstühle, Autokindersitze, Pflegegeld,
Kuren usw.) .
Mehr über das
SGB IX unter: www.sgb-ix-umsetzen.de
In Berlin gibt
es viele Servicestellen, nachzusehen unter www.sgb-ix-umsetzen.de/index.php/nav/svs/
Die Servicestellen
arbeiten seit dem 1.1.03.
- Herr Grossmann
und Herr Müller berichten, dass außer Kassenmitgliedern der Siemens
Betriebskrankenkasse bisher erst wenige Menschen den Weg zur Servicestelle
gefunden haben. Dies liegt wahrscheinlich einerseits an der Unwissenheit
der Bevölkerung (Wer weiß denn schon von diesen Servicestellen ???)
und andererseits an den weiterhin für Großstädter gut erreichbaren
Ämtern und Behörden.
- Herr Grossmann
und Herr Müller hörten sich die Probleme von uns Eltern an. Wir berichteten
von Schwierigkeiten bei der Beantragung und Bewilligung spezieller Hilfsmittel
z.B. Autokindersitze für unsere Kinder. Meist wurden Ablehnungsbescheide
von verschiedenen Kassen ohne genaue Bearbeitung/Kenntnis der Behinderung
erteilt. Ebenso haben wir von den Problemen mit dem medizinischen Dienst
der Kassen (MDK) bei der Beantragung von Pflegegeld berichtet. Herrn
Grossmann und Herrn Müller sind diese Probleme bekannt und haben uns
im Rahmen Ihrer beratenden Tätigkeit als Sachbearbeiter der Servicestelle
Hilfe angeboten. Das heißt : Wer Probleme mit Kassenleistungen hat,
der kann jederzeit die Servicestelle besuchen um sich dort beraten zu
lassen. Die Mitarbeiter der Servicestelle können zwar keine Wunder vollbringen,
kennen sich aber mit vielen Rechtsgrundlagen bestens aus und können mit Hilfe
des Netzwerkes der Servicestellen vielleicht den einen oder anderen
Ablehnungsbescheid durch rechtzeitigen Widerspruch oder durch Neubeantragung
positiv verändern.
Die
Mitarbeiter der Servicestelle unterstützen
- bei
unklaren Zuständigkeiten, Zweifelsfragen!
- bei
Ablehnungen die unklar und nicht nachvollziehbar sind.
- bei
Koordinierungsfragen.
- ...
und beraten auch, welche Möglichkeiten es gibt Rechtsmittel gegen einen Bescheid
einzulegen und wie eventuell ein Vorverfahren/ Widerspruchsverfahren
abläuft.
Als
Hilfestellung für Fragen, welche Hilfsmittel direkt zur zuständigen Krankenkasse
geben werden können, folgender Link : www.rehadat.de
Dies
ist ein Internetportal der Rehabilitation. Hier befindet sich der Hilfsmittelkatalog
der gesetzlichen Krankenkassen (unter Hilfsmittel/ GKV Hilfsmittelk.).
Des weiteren finden Sie Informationen zu Forschungsprojekten, Therapien,
Händler, Preise usw.
Alle
Hilfsmittel aus diesem Hilfsmittelkatalog sind Hilfsmittel der gesetzlichen
Krankenkasse. Ob die entsprechenden versicherungsrechtlichen und medizinischen Voraussetzungen
erfüllt sind, prüft die zuständige Krankenkasse.
- Die Mitarbeiter
der Servicestelle und die Mitglieder der Eltern AG sind an einer zukünftigen
Zusammenarbeit zum Wohle behinderter Kinder und Jugendlicher interessiert.
- Die Servicestelle
zur Rehabilitation für Behinderte ist ebenso wie wir an einem Marktplatz
der Eingliederungs- und Behindertenhilfe im Bezirk Spandau interessiert.
- Unsere Anfrage,
inwieweit die neue Frühförderverordnung, die über das SGB IX läuft und
seit dem 1.7.03 in Kraft getreten ist, Auswirkungen auf Berliner Eltern
und deren behinderte Kinder hat, konnten Herr Müller und Herr Grossmann
nicht beantworten. Zu diesem Thema konnten bisher noch keinerlei Erfahrungen
gesammelt werden.
Erst einmal wird das Bundesland Berlin passend zu dieser Verordnung
wieder eine eigene Ausführungsvorschrift herausgeben.
- Die Mitarbeiter
der Servicestelle haben uns die Nutzung eines großen Raumes angeboten
um ein etwaiges Treffen aller relevanten Personen aus dem Senat und
aus Spandau (z.B. SPZ , Kinderärzte, Betroffene, Gesundheitsamt Spandau,
Stadträtin) zu planen mit der Fragestellung:
Wegfall der Max-Bürger-Zentrums zum Dezember 2003 + Neue Frühförderverordnung
Welche Probleme und Veränderungen ergeben sich daraus für die Kinder-
und Jugendambulanz (SPZ Spandau), die Spandauer Eltern von behinderten
Kinder und von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in naher
Zukunft .
Wir nehmen
das Angebot dankend an und werden versuchen bis Dezember 2003 dieses
Treffen zu organisieren.
Spandau im
August 2003
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